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Den passenden Bodenbelag wählen

Ein Bodenbelag beeinflusst wesentlich die Atmosphäre in einem Raum. Oft bleibt er einige Jahrzehnte lang liegen. Daher sollte seine Anschaffung sorgfältig und vorausschauend geplant werden.

Ein Bodenbelag beeinflusst wesentlich die Atmosphäre in einem Raum. Oft bleibt er einige Jahrzehnte lang liegen. Daher sollte seine Anschaffung sorgfältig und vorausschauend geplant werden.

 

Wien – Verbraucher haben die Qual der Wahl: Von zeitlosen Klassikern wie Parkett, Holzdielen oder Linoleum bis zu modernen Varianten aus Laminat, Vinyl oder keramischen Bodenfliesen – Fachhandel und Baumärkte haben alles im Angebot, und zwar in allen erdenklichen Designs und Preisklassen.

Sich allein am Aussehen und Preis zu orientieren, ist jedoch keine gute Idee. Auf folgende Kriterien kommt es vor allem an.

Beschaffenheit des Rohbodens

Nicht jeder Bodenbelag eignet sich für jeden Untergrund. „In Neubauten gibt es unter dem Oberbelag in der Regel die ebene Schicht schwimmenden Estrichs, die mit einer Trittschalldämmung auf einer glatten Rohbetondecke liegt“, sagt die Innenarchitektin Ines Wrusch. Auf so einen soliden Untergrund könnte man eigentlich alle Arten von Bodenbelägen aufbringen.

Schwieriger ist es in Altbauten. Dort findet man oft Holzbalkendecken, auf die der Fußbodenaufbau mit Holzplatten und -latten ausgeführt wurde, die Stöße haben und schwingen können. Dafür eignet sich längst nicht jeder Belag.

„Würde man darauf etwa Bodenfliesen verlegen, müsste die Bewegung aufgenommen werden. Die Fugen fangen an zu bröseln, und die Fliesen knacken oder brechen sogar“, erklärt Wrusch. Ihr Rat: Erst den Bestand ermitteln und prüfen, welchen Rohboden man vorfindet, bevor man einen neuen Bodenbelag kauft.

Nutzung und Beanspruchung des Raumes

Keine Frage, der Boden einer Küche oder eines Badezimmers wird anders beansprucht als der Fußboden im Schlafzimmer – daran sollte man bei der Auswahl denken.

„Eine Orientierung bieten die Nutzungsklassen für Bodenbeläge“, sagt Michael Pommer von der DIY-Academy in Köln. „Sie geben Auskunft, wie stark der jeweilige Fußboden belastet werden kann.“ Diese werden in Nutzungsklassen für private, gewerbliche und industrielle Bereiche eingeteilt.

Nutzungsklasse 21 wird für Räume mit geringer Nutzung empfohlen, etwa für das Schlafzimmer, Nutzungsklassen 22 und 23 eignen sich für mehr beanspruchte Böden, etwa in Küche, Vorzimmer, Arbeitszimmer oder Hobbyraum.


Der Boden sollte dunkler sein als Wände und Decke.

Ein weiteres Kriterium ist die Rutschsicherheit eines Bodens. Diese wird in verschiedene Klassen eingeteilt, so gibt es die Gruppen R9 bis R13 für trockene und gewerbliche Bereiche und A bis C für Barfußbereiche in Nassräumen. „Je nach Anwendungsbereich sind Bodenbeläge mit einer Rutschhemmung der Klasse R9 oder R10 beziehungsweise A oder B zu empfehlen“, sagt Jens Fellhauer.

Damit der Boden am Ende auch zum Raum und zum Lebensgefühl passt, rät Ines Wrusch, sich die Frage zustellen: „Welche Wirkung möchte ich erzielen?“

Design bestimmt Raumwirkung mit

Soll das Kinderzimmer Leichtigkeit und Fröhlichkeit ausstrahlen? Soll das Wohnzimmer hell und gediegen wirken? Geht es beim Arbeitszimmer darum, dass es nüchtern und seriös erscheint? Je nach Wunsch kann man dann entsprechende Farben und Qualitäten auswählen.

Wrusch empfiehlt dabei, darauf zu achten, „dass der Boden im Raum dunkler sein sollte als Wände oder Decke – und sei es auch nur ein wenig. Das erdet.“ Denn: „Ist der Bodenbelag heller als die Umgebung, haben viele Menschen ein unsicheres Gefühl im Raum“, so die Innenarchitektin.

Andererseits wäre ein vollkommen schwarzer Boden ebenfalls sehr unangenehm. „Er wirkt für unser Unterbewusstsein wie ein Loch, in das man fallen könnte.“ Zu dem wäre auf so einem Boden vermutlich schnell jedes Staubkorn zu sehen.

Materialwahl – langlebig, preiswert und pflegeleicht?

Im Fachhandel und Baumarkt gibt es viele Designs in unterschiedlichen Materialien und Preisklassen, etwa PVC-Belag in Holzoptik, Bodenfliesen in Holzoptik oder etwa Vinylböden in Fliesenoptik. Was im Geschäft noch gut aussah, kann zu Hause ganz anders wirken. Daher ist es sinnvoll, sich zunächst Muster des Bodenbelags mit nach Hause zu nehmen.

Ein Boden aus Naturmaterialien wie Holz ist nachhaltig und schön, hat aber auch seinen Preis. „Klick-Parkett mit externer Trittschalldämmung gehört zu den teuersten Bodenbelägen, ist aber auch sehr langlebig“, sagt Michael Pommer. Voraussetzung dafür ist aber eine regelmäßige Pflege. „Das Holz muss immer mal geölt werden“, erklärt der Experte.


Echtholzparkett ist beliebt, er sorgt für ein angenehmes Raumklima. Doch er hat natürlich auch seinen Preis.

Wer es preiswerter und pflegeleichter will, kann zum Beispiel auf Vinyl- oder Laminatböden in Parkettoptik ausweichen. Solche Böden sind allerdings nicht so langlebig und nachhaltig wie echte Holzböden.

Bodenfliesen brauchen keine besondere Pflege – lediglich Reinigung. „Das ist ihr unschlagbarer Vorteil“, sagt Jens Fellhauer. „Bei Verschmutzungen einfach mit lauwarmem Wasser abwischen, und schon sehen die Fliesen aus wie neu.“ Während hingegen ein flauschiger Teppichboden ein besonders kuscheliges Gefühl vermitteln kann, wenn man ohne Schuhe drüber läuft oder etwa im Kinderzimmer direkt auf dem Boden sitzt. Letztlich kommt es also auch auf die Nutzung des Zimmers und seines Bodens an – auch daran sollte man bei der Auswahl denken.

Erschienen am 20.09.2025 in der Tiroler Tageszeitung

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