Auf der Suche nach (Ver)Stauraum
Was früher ein so genannter Wirtschaftsraum war, in dem man so gut wie alles unterbrachte, muss heute mit Möbelstücken gezielt erst als Stauraum quer durch den Wohnraum geschaffen werden.
Innsbruck – Dank kreativer Designer lässt sich heutzutage das Problem des mangelnden Stauraums, geschuldet der Ignoranz so mancher Architekten und der noch größeren Ignoranz von Wohnbauträgern, immer gezielter und eleganter beseitigen. Eine einfache Fingerübung ist es aber nach wie vor nicht.
Jeder Quadratmeter kostet
Die einen argumentieren ihre Ignoranz bezüglich diverser Lebensnotwendigkeiten, dass eben jeder Quadratmeter Wohnraum viel Geld kostet und die anderen müssen Extra-Geld, Zeit und einiges an Hirnschmalz investieren, um Platz für Staubsauger, Lebensmittelvorräte und vor allem Schuhe (!) zu kreieren. Ja, Schuhe! Man muss nicht einmal Schuhfreak sein, um damit wirklich ein Problem zu haben.
Ausmisten hilft
Wie also anfangen zu verstauen? Vielleicht mit cleveren Küchenschränken, damit das Thema Lebensmittel und Vorräte abgehakt werden kann. Fürs Badezimmer empfehlen sich auch Schrankmodule, um nicht nur Kosmetik und Handtücher unterzubringen, sondern eventuell auch Putzmittel und Klopapier. Ein unliebsamer Tipp: Bevor man an die Verstauraumbeschaffung mit Schränken, Kommoden oder Stellagen und diversen Wandmodulen denkt, einfach ausmisten. Kann Wunder wirken.
Für alles, was man danach noch braucht, haben sich schon kreative Designer Gedanken gemacht. Die Palette reicht dabei von reduziert über klassisch und nonchalent bis super-elegant. Was auch immer einem gefällt, alles ist möglich. Re-Editionen wunderbarer Klassiker inklusive. Total reduziert ist das Regalsystem „Il Kilometre“, entworfen 1967 vom Mailänder Designer Joe Colombo, dessen Entwürfe in der letzten Zeit immer wieder irgendwo auftauchen und begeistern. Diesfalls mit absolut stilvollem Stauraum in Holz, zuletzt herausgebracht vom dänischen Label Karakter. Unterschiedliche, ganz schlichte Module werden auf einer Aluminiumschiene montiert und gestatten so, ein sehr individuelles Wandelement zu entwickeln.

Eine klassische Kommode bewahrt viele Schätze auf.
Ähnlich simpel geben sich die „KGT wall units“, vom portugiesischen Designbrand UTIL, entworfen von Camille Paillard und Romain Voulet (Studio CP-RV). Die Varianten reichen von einzelnen Schubladen bis zu kleinen Schränken, die allesamt optisch sehr leichtfüßig daherkommen, weil zwischen den einzelnen Schubladen ein Spalt ist. Aus pulverbeschichtetem Aluminium sind die Teile in sieben Farben erhältlich.
Klein, fein und sehr gefragt, wenn man ein gutes Fahrrad lieber nicht im chaotisch überfüllten Radkeller eines Mehrfamilienhauses abstellen will, ist ein spezielles Modell des „Brera Shelf“ aus elegant geschwungenem Sperrholz, designt von „Banzai Turba Studio“ in Barcelona für Kaimok.
Der Schreibtisch-Organizer „Cache console“ des amerikanischen Designers Paul McCobb wurde neu aufgelegt. Und auch, größentechnisch als Gegenpart, die „Rampa chair console“, 1965 von Achille und Pier Giacomo Castiglioni entworfen. Sie übernahmen dabei die Idee von den in Italien üblichen Floristenständen. Auf der einen Seite vier Stufen mit Ablageflächen sowie ganz unten ein Stauraum mit Klappe. Auf der anderen Seite zwei Module Stauraum mit darunter einer großen Klappe, die man als Schreibtisch öffnen kann und hinter der sich noch einmal zwei Abteilungen und sechs Laden befinden.
Module also, wohin man blickt. Auch die dänische Designmarke Garde Hvalsoe setzt auf modulare Stauraumlösungen für alle Lebensbereiche und ist berühmt für herausragende Handwerkskunst und kompromisslose Qualität.
Von Ikea bis Vitra
Klassische Kommoden und Sideboards, aber auch Schuhschränke jeder Art sind natürlich immer ein Thema und man findet sie querbeet je nach Geschmack und Einrichtungsstil von Audo über Capellini, Ikea oder Interlübke bis Vitra – also beinahe überall.
Von Ursula Philadelphy, erschienen am 26.07.2027 in der Tiroler Tageszeitung
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