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Lichtspiele mit Papier, Glas und Beton

Das unendlich weite Feld der Wohnraumbeleuchtung ist extrem schwieriges Terrain,quasi der Mont Blanc der Einrichtungs- und Wohn-Willigen, und will mit Geduld beackert werden.

Das unendlich weite Feld der Wohnraumbeleuchtung ist extrem schwieriges Terrain,quasi der Mont Blanc der Einrichtungs- und Wohn-Willigen, und will mit Geduld beackert werden.

 

Innsbruck – In schöner Regelmäßigkeit gibt es neue Beleuchtungstendenzen. Design, künstlerische Aspekte, technische Neuerungen und das Thema Nachhaltigkeit geben sich momentan ein Stelldichein und der Succus wird dann vorgestellt.

Damit lässt sich köstlich experimentieren – zuerst rein gedanklich, aber dann sollte man im wahrsten Sinne des Wortes über seine wohnlichen Schatten springen und neuen Lichtquellen Raum geben, vielleicht auch Ungewöhnliches zulassen. In Mailand hatten heuer teils üppige Lichtobjekte das Sagen sowie Glas, Papier und Metall, was die präferierten Materialien angeht.

Umgedrehte Salatschüssel

Aufsehen erregte Cecilie Manz mit dem Prototyp der Lampe „Duna“, entworfen für Vibia, wie sie banaler nicht sein könnte, da sie formal an eine umgedrehte Salatschüssel erinnert. Interessant ist jedoch das Material: Washi Papier. Berühmt dafür, bei Lampenentwürfen durch ein besonders warmes und weiches Licht zu bestechen. Wer kennt nicht die betörend schönen „Akari-Lichtskulpturen“ (Vitra) von Isamo Noguchi, der meinte: „Die Magie des Papiers verwandelt die kühle Elektrizität zurück ins ewige Licht der Sonne.“ Die Magie des Lichts

Aber auch Ingo Maurer hat bereits ab den 1970er-Jahren, etwa für die Entwürfe „Lampampe“ oder „Knitterling“ auf Washi-Papier gesetzt; auch er wegen des besonderen Lichtcharakters. Ihm ging es seit jeher um die Magie des Lichtes, die er durch innovative Technologie, gepaart mit absolut aufsehenerregendem Design, in Szene setzte – gerne mit einer satten Prise Poesie verbandelt und definitiv mit der Tendenz, das Licht in künstlerische Artefakte zu verwandeln. Und noch heute arbeitet die Ingo-Maurer-Designschmiede nach diesem System, mit überbordenden Ideen und immer wieder auch mit Japanpapier. Manchmal sogar mit rotem Japanpapier, wie bei der „MaMo Nouchies“-Kollektion, einer Hommage von Dagmar Mombach an Isamu Noguchi.

Eine gelungene Mischung aus Milchglas, kombiniert mit zertifiziertem Holz und recyceltem Aluminium, stellt die kugelförmige Pendellampe „Terho“ (Mater), entworfen von der finnischen Designerin Maija Puoskari, dar. Auch bei New Works setzt man für die Lampe „Tense“ auf recyceltes Material und sogar bei Kartell werden die altbekannten Klassiker inzwischen aus erneuerbarem Polymer-Polycarbonat hergestellt.

 

Licht und Design im Wandel: Innovative Materialien und kreative Formen prägen die neuesten Beleuchtungstrends.

Gefaltetes Edelstahlgewebe

Arturo Alvarez hingegen lässt seine handgefertigte Leuchte „Tempo Vivace“ aussehen, als wäre sie aus Stoff, in Wahrheit sind die aus zwei Schichten sich überlagernden Schirme aus feinem, gefalteten Edelstahlgewebe (a-emotionallight). Bei Normann Copenhagen ist der neueste Clou der Entwurf „Act Lamp“, eine riesige Kugellampe aus weggeworfenen PE-Wasserrohrresten, wobei die Rohre in ovale Ringe geschnitten und miteinander verschmolzen wurden, was der Lampe einen ungemein haptischen Touch gibt.

Stefan Dietz, Münchner Designer, tickt ebenfalls in Richtung Nachhaltigkeit. Mit im Talon hat er aber auch pragmatisches Denken und den Hang zu modularen Entwürfen, die in der Nutzung ein hohes Maß an Flexibilität ermöglichen, wie sein Entwurf „Plusminus“ für Vibia zeigt. Beliebig viele Leuchten können an einem elektrisch leitfähigen Gewebeband befestigt werden, wobei man sie immer wieder neu positionieren kann. Damit hat Diez das bisherige System von Decken-, Wand- und Boden leuchten einfach revolutioniert. Und diese Avantgarde mutiert inzwischen fast schon zum Klassiker und wird demnächst als Ikone gehandelt. „MAP“ vom Berliner Designstudio Geckeler Michels für Lodes entworfen, nimmt ganz aktuell diese Idee auf.

Ikonen der Leuchtkörper

Wer auf Ikonen steht, wird nicht nur bei Fritz Hansen etwa mit der „Clam Lamp“ fündig, sondern kann auch mit ganz simplen Wandleuchten wie den „524 Wall spots“ von Vipp in so ziemlich allen Wohnräumen reüssieren. Aber auch die Betonleuchten „Aplomb“ (Foscarini), entworfen von Lucidi & Pevere, fallen in diese Kategorie.

Von Ursula Philadelphy, erschienen am 19.07.2025 in der Tiroler Tageszeitung

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