Warum Flächenheizungen oft sinnvoll sein können
Im Hochsommer denken die wenigsten schon ans Heizen. Flächenheizungen können allerdings auch kühlen.
Berlin – Der Klassiker unter den Flächenheizungen ist die Fußbodenheizung. Doch auch an Wänden oder Zimmerdecken kann man sie anbringen lassen. „Flächenheizungen übertragen die erzeugte Wärme großflächig an den Raum. Dadurch heizen sie ihn gleichmäßig“, erklärt Energieexperte Alexander Steinfeldt. Gerade der Sommer ist ein guter Zeitpunkt, sich über einen Heizungstausch Gedanken zu machen.
Für eine Fußbodenheizung werden Rohre im Boden verlegt und an den Wärmeerzeuger angeschlossen. „Die Rohre werden in Estrich eingebettet und der gewünschte Bodenbelag verlegt. Das Heizwasser fließt durch die Rohre und überträgt seine Wärme auf die beiden Schichten. Dann strömt es gekühlt zurück zum Wärmeerzeuger“, erklärt Steinfeldt. Alternativ können die Heizungsrohre auch in der Wand oder in der Decke verlegt werden. Das kann allerdings teurer kommen.
Wird die Heizung von vorn herein eingeplant und in die Bauabläufe integriert, halten sich auch die Kosten in Grenzen. „Bestandseigentümer sollten durchrechnen, ob sich ein Austausch der Heizung gegen eine Flächenheizung lohnt“, rät Matthias Wagnitz vom Zentralverband Heizung Sanitär Klima. Damit die Flächenheizung effizient arbeiten kann, muss man unter Umständen das Gebäude erst dämmen. Ein weiterer Aspekt: Für den nachträglichen Einbau müssen im Normalfall die Räume leer geräumt werden.

In Neubauten gehören Fußbodenheizungen inzwischen zum Standard.
Energetische Vorteile
Das Wasser muss bei Flächenheizungen nicht so hoch erwärmt werden, sie kommen mit einer Vorlauftemperatur von maximal 35 Grad Celsius aus. Konventionelle Heizsysteme benötigen etwa 55 bis 70 Grad Celsius. In Kombination mit einer Wärmepumpe ist diese Art der Heizung besonders effizient. Außerdem gilt bei der Kombination mit einer Wärmepumpe: „Im Sommer lässt sich die Fußbodenheizung auch als Kühlung nutzen. Zwei bis drei Grad sind drin“, sagt Wagnitz. Es braucht dabei aber einen geeigneten Raumthermostat. Auch die Wärmepumpe muss zur Kühlung geeignet sein. Experten unterscheiden hier zwischen aktiver und passiver Kühlung. Bei der aktiven braucht es laut Steinfeldt einen Verdichter. „Die passive Kühlung dagegen erfolgt durch die niedrigeren Temperaturen des Erdreichs oder des Grundwassers.“ Die passive Kühlung verbraucht also keinen Strom. „Luftwärme pumpen beispielsweise sind nicht für die passive Kühlung geeignet.“ Ein weiterer Vorteil der Flächenheizung: Sie muss nicht so hoch eingestellt werden, weil sie ihre Wärme gleichmäßig im Raum verteilt. Die übliche Raumlufttemperatur von 22 Grad Celsius kann oft um zwei Grad Celsius reduziert werden, um den gleichen Komfort zu erreichen.
Egal, ob beim Heizen oder beim Kühlen – eine Flächenheizung ist etwas träge und braucht Zeit, bis sie nach dem Einschalten die gewünschte Temperatur erreicht. „Der Estrich, in dem die Heizungsrohre liegen, hat eine Pufferwirkung. Deshalb ist das Aufheizen oder Abkühlen im Raum nur verzögert spürbar“, erklärt Wagnitz. Zwar kann man Flächenheizungen nicht so einfach regulieren wie einen Heizkörper. Doch wer das weiß, kann sich auf diese Besonderheiten einstellen und die Pufferwirkung sogar gezielt nutzen. „Die Räume kühlen im Winter nicht so schnell aus und heizen sich im Sommer langsamer auf, weil die Heizung die Temperatur länger hält“, erklärt Wagnitz.
Erschienen am 12.07.2025 in der Tiroler Tageszeitung
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