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Schwarz mit kleinen Farbtupfern

Schwarz gilt gemeinhin als die ultimative Nicht-Farbe, ist aber aus der Interieurszene seit ewigen Zeiten nicht wegzudenken, denn Schwarz ist absolut kompatibel mit so ziemlich allen Farben und besticht auch solo.

Schwarz gilt gemeinhin als die ultimative Nicht-Farbe, ist aber aus der Interieurszene seit ewigen Zeiten nicht wegzudenken, denn Schwarz ist absolut kompatibel mit so ziemlich allen Farben und besticht auch solo.

 

Innsbruck – Schwarz. Und das mitten im Frühling! Warum nicht – kann man da nur sagen, denn Schwarz ist kompromisslos einsetzbar und kann unglaublich cool sein, man kann Schwarz aber auch punktuell einsetzen, um Farben zu betonen. Es ist sicher nicht jedermanns Sache, sich wie Carine Roitfeld, legendäre Ex-Chefin der französischen Vogue, eine Wohnung wirklich komplett in Schwarz einzurichten und nur ganz wenige Farbtupfer zuzulassen, die eine oder andere Wand weiß zu halten oder einen Teppich in Ecru als hellen Kontrast zu setzen. Die Voraussetzungen für eine derartige Rigidität sind natürlich auch ganz andere, wenn man mehr als nur einen Wohnsitz hat.

Diese Kategorie der Wohnenden kann auch leicht und vollmundig das Thema „Small Houses“ propagieren und es super finden, auf 30 m² zu leben. Schaffe ich auch, wenn es mein Zweit-, Dritt- oder gar Viertwohnsitz ist und ich den ganzen „Lebenskrempel“ aufgeteilt habe.

Aber zurück zu Schwarz. Wer schon einmal vor der gesamten Farbauswahl von Verner Panthons „Mini-Pantella“ gestanden ist und sich nicht für eine all der wunderbaren Farben entscheiden konnte, wird vielleicht beim satt glänzenden Schwarz hängen geblieben sein. Ist zwar nicht quietsch-fröhlich, aber herrlich elegant und passt so was von überall hin.

Schöne Schatten

Beim Stichwort Eleganz stößt man unweigerlich auch auf das finnische Label Poiat Furniture und den zeitlosen skulpturalen Schrankentwurf „Bastone“ des finnischen Kunsttischlers Antrei Hartikainen. Das Möbelstück besteht aus Holzlatten, wodurch das Licht nach innen gefiltert wird und schöne Schatten wirft.

Wohingegen eine komplettschwarze Küche (über praktisch lässt sich ja bekanntlich diskutieren) oder eine schwarze Badezimmerhöhle nicht nur Roitfeld hinkriegt, das gibt es schon seit Langem zum Beispiel bei Vipp. Die Quintessence des Vipp’schen Könnens ist schon längst nicht mehr der Tret-Mülleimer, mit dem man vor ewigen Zeiten an den Design-Start gegangen ist. Aktuell ist es das kleine, superelegante, extrem reduzierte Fertighaus „Shelter“. Trotz einer extrem rigiden Einrichtung in Schwarz, oder vielleicht auch wegen der Art der Einrichtung und der gewählten (Nicht-)Farbe, ist es die perfekte Wohnhöhle, um sich zu sich selbst zurückzuziehen oder im kleinen Kreis die Seele baumeln zu lassen.

Wer es nicht ganz so extrem mag, findet vielleicht Gefallen am Sideboard „Riflesso“, das Charlotte Perriand für sich selbst entworfen hat. Der schwarze Korpus aus MDF Platten hat mattierte Metallflächen auf den Schiebetüren und das variable Innenleben ist in mattem Dunkelrot gehalten.

 


Die Farbe Schwarz ist in Sachen Interieur absolut kompatibel mit so ziemlich allen Farben, sticht aber auch solo heraus.

Nach Schwarz wird’s farbig

Perriand ist übrigens ein gutes Beispiel für Entwürfe, deren Basis Schwarz ist, bei denen aber mit Farben kombiniert wird. Ihre fünfteilige, stapelbare Tisch-Kombi „Petalo“ gibt es natürlich in reinem Schwarz, aber auch mit gelber, roter, blauer und grüner Platte.

Ästhetik, Eleganz, Material und Haptik werden auch bei Sebastian Herkners „Bell Table“ schlagend, den er für Classicon entworfen hat. Extrem stilvoll die Variante mit dunklem Glasfuß und einer runden, messingumrahmten Marmorplatte in „Sahara Noir“. Die Farbbezeichnung hat etwas Mystisches an sich.

Unpraktische Seiten

Realitätsbezogener gibt sich da Terence Conran, der in seinem Buch „Colours“ Schwarz zwar nicht als Farbe definiert wissen will, ihr aber zugesteht, bei der Interieurgestaltung außerordentlich hilfreich zu sein, da man mit Schwarz so gut wie alle Farben zum Leuchten bringen kann. Und dann hat er noch einen klitzekleinen Verweis auf die unpraktischen Seiten von Schwarz parat, die einem aber auch der Hausverstand liefert: Auf schwarzen Flächen – egal, ob Schieferböden im Entree, Möbel und Keramik im Bad oder eine schwarze Küche – wird jeder Dreck, jeder Zahnpastaspritzer, jeder Tropfen Milch und jedes Staubkorn sichtbar.

Von Ursula Philadelphy, erschienen am 17.05.2025 in der Tiroler Tageszeitung

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