Feines Leinen, Stoffservietten, buntes Porzellan und edles Glas
Bei der Tischkultur kann man sich wunderbar in variantenreichen Stilen austoben und mit wechselnden Kleinigkeiten für immer neue Highlights sorgen oder ein bisschen in Luxus investieren.
Wien – Und Nein! Tischkultur ist nicht nur etwas für Ostern, Weihnachten, Silvester und ein paar Geburtstage für die Eltern- und Großelterngeneration. Das Thema ist auch nicht nur für ganze Familien und für Feste im Freundeskreis virulent. Auch wenn man „nur“ zu zweit oder alleine ist, empfiehlt es sich, dem Thema sein Augenmerk zu schenken.
Durchstarten kann man, wenn die Bereiche Esstisch und Sessel abgehakt sind – quasi die Basis für gutes und gemütliches Essen. Die Bandbreite reicht von reduziert im skandinavischen oder japanischen Stil bis zu mehr oder weniger ausgefallenen Designermöbeln, die sich bunt mixen lassen. Einzig beim monumentalen Tisch „Camma“ aus Carrara-Marmor, den Marie Dornier für Ligne Roset entworfen hat, gelten prinzipiell vielleicht etwas andere Regeln. Aber auch nur vielleicht.
Je nach Materialien kann man ganz puristisch, einfach und unaufwändig auf einen blanken Holztisch setzen (oder auf blanken Stein), es bieten sich aber auch Leinensets oder Tischtücher an, wie sie etwa bei Society Limonta, farblich den wechselnden Jahreszeiten und Moden angepasst, zu finden sind. Bei der steirischen Weberei Hofer setzt man auf Baumwolle und produziert damit altbekannte Tischwäsche und wunderbar saugfähige Geschirrtücher aus dem so genannten Zwilch.
Man kann aber auch bei der österreichischen Leinenweberei Vieböck, die ursprünglich nur für ihre Geschirrtücher bekannt war und dafür noch heute quasi im Olymp angesiedelt ist, stöbern. Wenn man bei den Geschirrtüchern hängen bleibt, ist es eigentlich egal, für welches Modell man sich entscheidet! Beim Gläsertuch – sprich, wenn man etwas sucht, um feinste mundgeblasene Gläser absolut fussel- und streifenfrei zu trocknen – ist der Empfehlung von Fachleuten durchaus zu folgen, die für die Artikelnummer 601 von Vieböck votieren. Na ja, und wenn man weitersucht, dann gerät man vom Hundertsten ins Tausende, erwärmt sich für einen Brotkorb aus Leinen oder einen Brotsack, findet ein feines Strudeltuch und landet bei Servietten, die schöner sind als die üblichen Papiervarianten.
Statt Leinen kann man aber auch minimalistische japanischen Tischsets aus Bambus verwenden, die sehr robust sind, zu finden etwa in Wien bei Habari, wo man auch japanische Keramiken findet, die durchaus interdisziplinär zu verwenden sind.

Ausgefallenes Geschirr ist ein echter Hingucker.
Schöne Teller in ausgefallenen Formen findet man bei Bodum – etwa die Serie „Bla“ von Grethe Meyer. Lässt sich super sowohl mit Keramik aus Marokko als auch mit Bunzlauer Keramik kombinieren, wenn einem danach ist. Die dänische Architektin und Designerin Grethe Meyer prägte mit ihrer klaren Formensprache das dänische Industriedesign; sowohl ihre Möbel- und Porzellanentwürfe als auch die Glas- und Besteckserien haben noch heute Gültigkeit. Mit Ibi Trier Morch entwickelte sie 1958 die stapelbare Glasserie „Stub“, die heute von Holmegaard-Design produziert wird.
Womit wir bei Gläsern wären. Gott sei Dank ist so manches hauchzarte Glas gar nicht so fragil, wie man meint, denn die zarten Varianten sind einfach wunderbar und bieten ein besonderes Trinkerlebnis. Egal ob von Zalto oder Riedel, ob es die bunten Wassergläser des finnischen Designers Kaj Franck sind, die sogar im Museum of Modern Art in New York präsentiert werden, oder ob man mit einzelnen Stücken von Lobmeyr eine Gläsersammlung beginnt. Für Klassiker im neuen Look sorgte der deutsche Designer Bodo Sperlein, der Lobmeyrs „Alpha“-Gläser mit einem feinen Moiré-Muster überzieht: natürlich handgraviert und in hübschen Pastelltönen.
Ein österlicher Touch, wie auch beim Porzellan von Augarten. Absolut luxuriös etwa das Service „Melone“ von Josef Hoffmann, das durch die Rundungen der exotischen Fruchtform höchste Ansprüche an die Porzellanmaler stellt. Auch das frech-fröhliche Dekor der Serie „Jeunesse“ von Franz von Zülow mit stilisierten Motiven aus der Natur besticht.
Multifunktional hingegen gibt sich etwa die Zitronendose von Giambattista Valli, die sich nicht nur als Dose empfiehlt, sondern zum Beispiel auch für ein Überraschungssorbet herhalten kann – noch sind ja die berühmten Meyerzitronen aus Sizilien am Markt.
Von Ursula Philadelphy, erschienen am 26.04.2025 in der Tiroler Tageszeitung
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