Moderne Interpretation des Satteldaches
Steile Satteldächer charakterisieren dieses attraktive Siedlungsgebiet im Südwesten der Landeshauptstadt und so entstand hier ein neues Wohnhaus entsprechend der Formensprache der Umgebung.
Innsbruck – Die besonderen Herausforderungen bei der Planung dieses Einfamilienhauses bestanden in der vorgegebenen Formensprache der umliegenden Gebäude und dem Anschluss an das bestehende Nachbarhaus. Architekt Elmar Lins bewies bei seinen Entwurfsideen für die vierköpfige Bauherrnfamilie viel Fingerspitzengefühl und legte die weiterführenden Planungen und die Ausführung des Massivholzhauses in die Hände des Expertenteams von Holzbau Schafferer. Nachdem im Vorfeld lediglich eine Gartenhütte auf dem relativ kleinen Grundstück abgerissen werden musste, konnte das Bauteam mit den Arbeiten an einem Kellergeschoß in Massivbauweise beginnen. Die Lager- und Technikräume unter der Erde waren der Familie wichtig, um die überschaubare Nutzfläche in den beiden oberen Vollgeschoßen ausschließlich für Wohnzwecke nützen zu können. Die meisten Nachbarn können im Obergeschoß, bedingt durch die ansetzenden Dachschrägen, nur einen Teil der Wohnfläche komplett nützen. Dank der ausgeklügelten Planung und einer leicht verminderten Raumhöhe im Erdgeschoß kann man bei diesem Neubau auch das Obergeschoß voll nützen und erlebt die steilen Dachschrägen nur im unausgebauten Dachboden. Das Massivholzhaus, welches in einer Bauzeit von nur sechs Monaten errichtet werden konnte, wurde mit nachhaltiger Zellulose gedämmt und einer schlichten weißen Putzfassade versehen. Einen schönen Kontrast dazu bilden dunkelgraue Fensterrahmen, die Dachhaut und die Terrassen bzw. Balkonkonstruktionen. Die großen Glasflächen geben rundum schöne Ausblicke auf die Bergwelt und die Außenbereiche frei und lassen viel Tageslicht ins Haus.
Über das Carport gelangt man gut geschützt in den Eingangsbereich im Erdgeschoß und findet dort ein Büro, ein Tages-WC samt Dusche, eine Speis und den offenen Küchen-Ess-Wohn-Bereich mit Zugang zur Terrasse und zum kleinen Garten. Der gesamte Terrassenbereich ist überdacht und so verschmelzen an wärmeren Tagen Innen und Außen miteinander. „Das Herzstück des Hauses sollte ein Treffpunkt für die gesamte Familie werden und das ist auch perfekt gelungen“, so die glückliche Familie. Eine gewendelte Treppe führt vom Vorraum aus ins obere Geschoß, wo sich das Elternschlafzimmer, zwei Kinderzimmer, ein großes Familienbad und ein Abstellraum befinden. Auch hier oben gibt es zwei Terrassen in Richtung Süden und Westen, sodass wirklich jeder Sonnenstrahl ungestört genützt werden kann.

Die Kombination aus traditionellen Bauformen und moderner Architektur ist immer eine spannende Herausforderung.
Die Holzbauweise wird im Inneren des Gebäudes hauptsächlich durch die Sichtholzdecken spürbar, sonst wurden auch hier graue Elemente mit hellen Wandflächen und schlichten Möbeln kombiniert.
Interessant ist auch die höchst energieeffiziente, nachhaltige Haustechnik. Neben einer Photovoltaikanlage am steilen Dach wurde eine Erdwärme-Tiefenbohrung ausgeführt, welche die Möglichkeit zur Nutzung der Energie aus dem Erdreich zum Heizen und Kühlen bietet. Sogar das Elternhaus auf einem Nachbargrundstück kann damit mitversorgt werden. Das Beispiel zeigt, wie gut sich moderne Architektur in ein traditionelles Gefüge von Bestandsgebäuden integrieren lässt.
Von Caterina Molzer-Sauper, erschienen am 15.03.2025 in der Tiroler Tageszeitung
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