Begehrte Trophäen in Würfelform
Der beste Beweis dafür, wie hoch das planerische und handwerkliche Niveau in Sachen Holzgestaltung in Tirol ist, ist die alle vier Jahre vergebene „Auszeichnung für Gestaltung & Tischlerhandwerk“.
Innsbruck – Die „Trophäe“ für die Gewinner der alle vier Jahre alternierend zum Tiroler Holzbaupreis vergebenen „Auszeichnung für Gestaltung & Tischlerhandwerk“ ist zwar „nur“ ein aus Plexiglas und Holz gemachter Würfel, allerdings einer mit hohem Prestige. Unter 76 Bewerbungen – etwas weniger als 2021 – hatte die vierköpfige Jury diesmal die Qual der Wahl, war doch sowohl das gestalterische als auch das handwerkliche Niveau der eingereichten Projekte erstaunlich hoch, so der Vorsitzende der Jury, Günther Grall.
Bedingung für die Teilnahme an dem von proHolz Tirol gemeinsam mit der Landesinnung der Tischler und der Kammer der ZiviltechnikerInnen ausgelobten Preis ist, dass der jeweilige Gestalter oder die ausführende Firma aus Tirol sind und das Projekt ab 2020 realisiert worden ist.
Aus den Projekten wählte die Jury 25 Nominierungen, von denen schließlich sechs einer Auszeichnung und fünf einer Anerkennung für würdig befunden wurden. Projekte, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Der „Mut und Feinsinn“ (Jury), mit dem riccione architekten und Rudolf Palme das Sozialzentrum Zell am Ziller geplant haben (Ausführung: Tischlereien Grübler und Scheschy, Wittmann, Holzbauer Tratter) wurde mit einer Auszeichnung in der Kategorie „Innenraumgestaltung“ belohnt, der von SPhii-Architekt Thomas Thaler geplante Innenausbau (Ausführung: Spechtenhauser Holz- und Glasbau) eines alten Hauses in Hatting in der Kategorie „Einrichtungen“.

Die Gewinner der „Auszeichnung für Gestaltung & Tischlerhandwerk“ präsentieren ihre herausragenden Projekte in der Innsbrucker Hypo-Zentrale.
Dass der Londoner Designer Rio Kobayashi den von ihm kreierten Lautsprecher in der Fügener Tischlerei Wetscher bauen ließ, spricht für das Niveau des heimischen Tischlerhandwerks. Belohnt mit einer Auszeichnung in der Kategorie „Design“ genauso wie das vom Studio LOIS geplante Klösterle Imst in der Kategorie „Bautischlerarbeiten“ (Huter&Söhne, kapo Fenster und Türen, Tischlerei Rainer Posch, Zoller-Prantl, htb Baugesellschaft), von deren „filigraner Leichtigkeit“ sich die Jury verzaubern ließ.
„Der beispielhafte Mut zur Veränderung“ des Benediktinerklosters St. Georgenberg durch den planenden Architekten Benedikt Gratl genauso wie die ausführende Tischlerei Wieser wurden in der Kategorie „Renovierung“ ausgezeichnet. Und der gesamtkunstwerkliche Ansatz, mit dem die Tischlerei Kirchmair eine Wohnung in einem 400 Jahrealten Haus in Paris zu einem Musterbeispiel für Minimal Living umgebaut hat, wurde mit einer Auszeichnung in der Kategorie „Export“ belohnt.
Anerkennungen gab es für das Projekt Goosebumps, eine Wohnung in Kufstein, das Designobjekt Panu, die Doppelflügeltüre Chateau und die Renovierung von Burg Heinfels. Verliehen wurden die Preise diesen Donnerstag in der Innsbrucker Hypo-Zentrale, wo die nominierten und prämierten Projekte bis 21. März zu sehen sind.
Von Edith Schlocker, erschienen am 08.03.2025 in der Tiroler Tageszeitung
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