Farbtöne von Eiche bis Ebenholz
Holz, aber auch Leder und Stoffe werden aktuell gerne in dunklen Tönen als Highlights verwendet und geben den Räumen ein ganz neues Selbstverständnis.
Innsbruck – Dunkles Holz– oje, denkt man da heutzutage. Das waren doch die 1970er-Jahre! Wer will denn das immer noch? Schon seit schier unendlichen Saisonen sind die perfekten Einrichtungsideen beige, beige und noch einmal beige. Natürlich nicht nur ein Farbton, nein, ganz im Gegenteil. Als Hit gilt, wenn man bei sanftem Ecru (alternativ geht heute natürlich auch die Farbstufe Hafermilch) anfängt und sich über alle nur erdenklichen Varianten, sei es mit Kakaotendenz oder eher Milchkaffee, durcharbeitet und alles miteinander kombiniert. Klar. Das geht. Erfordert aber erstens Fingerspitzengefühl und ist zweitens, auch wenn man Profis ranlässt, einigermaßen öd.
Ganz Wagemutige haben das Ganze noch mit einem Klecks Greige kombiniert. Ja! Das ist die Variante mit einem Tick Grau drinnen – hat Giorgio Armani vor etwa 40 Jahren en vogue gebracht. Und eben deshalb werden jetzt massiv Kontrapunkte gesetzt: dunkel gebeizte Eiche, Teakholz, Walnussholz, Palisander und sogar Ebenholz poppen wieder auf und setzen markante Akzente.
Damit aber noch nicht genug, denn passend zu dunklem Holz setzen zahlreiche Designerinnen und Designer auch bei Leder oder Stoffen auf dunkle Töne. Ein ganz wunderbares Beispiel gibt die dänische Designerin Cecile Manz, die als Meisterin des modernen Minimalismus gilt. Sie hat für Fritz Hansen den Stuhl „Monolit“ entwickelt. „Die Form erzeugt einen Kokon-Effekt, der den Sitzenden umgibt und ihm ein Gefühl der Abgeschiedenheit und eine einladende Umarmung bietet“, freut man sich bei Fritz Hansen. Der Stuhl ist in zwei Höhen erhältlich und passt sowohl ins Wohnzimmer als auch zum Esstisch. Zwischen dem Stoff der Außenschale und jenem der Innenfläche wurde ein Passepoil aus Leder eingearbeitet, das den insgesamt eleganten Charakter noch unterstreicht. Zusätzlich betont natürlich durch die verschiedenen Farbkombinationen der Stoffe. Besonders markant etwa ein dunkler Ockerton, der fast ins Kastanienbraune changiert, gepaart mit einem sanften, sehr weichen, aber doch auch dunklen Grauton.
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Aber nicht nur Manz besticht heuer bei Fritz Hansen. Auch der ikonische „Grand Prix Editions“ – Arne Jacobsens preisgekrönter Grand-Prix-Stuhl aus dem Jahr 1957 – präsentiert sich aktuell mit einem kühnen, neuen Aussehen, kommt er doch in Walnussholz und dunkelgrünem Anilinleder daher. Eigentlich nicht ganz unerwartet, denn Arne Jacobsens Egg-Table gefällt sich schon länger in einem dunklen, warmen Holzton, ebenso wie Hans Wegeners famoser Ox-Table aus dem Hause Fredericia.
Aber nicht nur die alten Klassiker geben sich dunkler als bisher grosso modo angenommen. Auch die deutsche Designerin Hanne Willmann kombiniert bei ihrem ausgesprochen raffinierten Entwurf des Beistelltisches „Bromo“ (für Favius) eine dunkle Holzplatte mit dem an einen Faltenwurf erinnernden, exzentrischen Tischfuß aus Kupfer.
Interessant ist auch die „Brasilia“-Kollektion von Audo, einem Label aus Kopenhagen, die zwar auf helle Polsterung setzt, diese aber kontrastreich mit dunklem Holz kombiniert, was den Sitzgruppen erstens einen massiven Touch und zweitens ein heimeliges Aussehen verleiht. In dieselbe Kerbe schlägt, ebenfalls bei Audo, der stapelbare Hocker „Passage“, der aus FSC-zertifiziertem Massivholz (entweder Eiche oder Walnuss) ist und mit seinem skandinavisch reduzierten Design und einer eleganten Silhouette besticht. Neben der radikalen Version aus purem Holz und sonst nichts gibt es auch eine Variante mit Polsterung – in einem edlen Kastanienton.
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