Im Dialog mit blauen Tönen
Man kann sich beim Interieur durchaus auch gegen Mainstream-Wellen entscheiden - denn wesentlich sind doch letzendlich die eigenen Vorlieben, wenn es um ein Wohlfühlambiente geht.
Innsbruck – Zwischen Himmel und Meer angesiedelt sind alle nur erdenklichen Varianten der Farbe Blau – und zwar in allen Jahreszeiten – und somit eigentlich immer eine Überlegung wert. Die Palette reicht von hellem Wasserblau bis zu dunklen Marinetönen und lässt sich mit vielen Farben, aber auch Holzqualitäten mischen. Eine feine Spielerei, die nicht nur elegant, sondern auch gerne etwas ungewöhnlicher rüberkommen kann – da stehen einem Tür und Tor offen, man muss nur etwas wagemutig experimentieren.
Bei String hat man auf knalliges Blitzblau gesetzt, mit einem Entwurf des schwedischen Designstudios „Form us with love“, das das modulare Aufbewahrungssystem „Center Center“ entwickelt hat. Modulares auch bei Roche Bobois, hier aber zum Beispiel in ganz hellem Wasserblau. Das Sofa „Conversation“ von Philippe Bouix begeistert damit, dass es aus verschiedenen gepolsterten Sitzelementen besteht, die vollständig modular aufgebaut sind und Rückenelemente haben, die beweglich sind und sich nach Lust und Laune positionieren lassen – zum Sitzen, Liegen, Lesen oder Diskutieren.
Im Programm von Vitra sticht momentan das Sofa „Anagram“ heraus. Das Designerduo Stefano Panterotto und Alexis Tourron – bekannt für ausgefallene Ideen wie etwa dem Wander-Gadget „Terra“– hat ein Sofa entwickelt, das den neuen Anforderungen entspricht. Verwandlungsfähigkeit für unterschiedliche Aktivitäten ist heute gefragt – und dazu braucht man leichte, bewegliche Möbel. „Anagram“ besteht aus einem Insel-Modul, bei dem man mit Hilfe eines Klickmechanismus beliebige Elemente frei positionieren kann. Unzählige Konfigurationen sind damit möglich, unter anderem auch in einem intensiven Blau.
Navyblue gibt man sich bei Flos mit der neuen Farbvariante der legendären Lampe „Snoopy“ von Pier Giacomo Castiglioni aus dem Jahr 1967. Funktionalität mit einer Prise Humor auf einem edlen Fuß aus Carrara-Marmor. Der Lampenschirm ist – wie die Varianten in Schwarz, Orange und Grün – glänzend emailliert.
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In chicem Wasserblau lässt es sich gut lümmeln.
Bei Nina Mair gibt es das Fauteuil Bernard unter anderem in exaltiertem Petrolblau – ein Ton, der sich köstlich kombinieren lässt, sich aber auch für ein elegantes Erscheinungsbild eignet.
Im Bereich der Accessoires wie Teppiche, Kissen, Decken, Vasen hat man natürlich ein breites Spektrum, um mit Blautönen zu spielen. Aber auch bei den Wandfarben lässt sich gestalterisch einiges machen.
Auf traditionelle italienische Handwerkskunst im Einklang mit moderner Designästhetik setzt man bei Magris mit der Spiegelkollektion „Coves“ des Mailänder Designers Guglielmo Poletti. Mintblau heißt unter anderem die Devise bei seinem raffinierten Spiegelrahmen aus Keramik. Die Einzigartigkeit von Coves liegt, so Poletti, „im konkaven Teil des Rahmens, der durch die Umkehrung der Profile entsteht und zwei verschiedene Konfigurationen sowie die Verwendung einer integrierten Ablage ermöglicht“. Sprich: Man kann sogar eine Blumenvase oder eine kleine Skulptur in den Spiegelrahmen stellen. Die elegante Funktionalität ist „eine Hommage an das Kranzgesims als architektonisches Element, das seit dem 17. Jahrhundert zur Verbindung von Decken und Wänden verwendet wird“. Die gesamte Kollektion wird übrigens in der kleinen Stadt Nove im Nordosten Italiens produziert, die für ihre Keramikkunst bekannt ist. Die Oberfläche der Rahmen ist poliert, von Hand bemalt und die Spiegel sind ohne Klebstoffe eingesetzt, um Reparaturen und Recycling zu erleichtern.
Erschienen am 11.01.2025 in der Tiroler Tageszeitung
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