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Beerentöne setzen Akzente

Es herbstelt und auch im Interieurdesign finden sich schöne Rotakzente als Kontrast zur skandinavischen Eleganz und Simplizität, die eher auf natürliche Beigevarianten setzt.

Es herbstelt und auch im Interieurdesign finden sich schöne Rotakzente als Kontrast zur skandinavischen Eleganz und Simplizität, die eher auf natürliche Beigevarianten setzt.

 

Innsbruck – In Mailand konnte man bereits im heurigen April, beim Salone del Mobile, ahnen, dass die Farbe Rot zum Akzentgeber werden könnte. Im Palazzo del Senato erweckte die riesige Installation „Terminal 02“des britischen Künstlers und Designers Samuel Ross erheblich Aufmerksamkeit. In Wahrheit ging es hier nicht um Kunst, sondern um die von Ross für Kohler entworfene Toilette in intensivem Orangerot; eine ziemlich kastige, fast surreale Angelegenheit, die an brutalistische Architektur erinnerte. Eleganz geht eindeutig anders, aber –dieses Modell gibt es ohnehin nur in limitierter Auflage. Die lachsfarbenen Entwürfe von Scarabeo Ceramiche bringen auch Farbe ins Leben, wenn auch etwas weniger aufsehenerregend – dafür wirken sie eindeutig benützbarer.


Rot betont die Kurven dieses Sofas.

In Mailand ebenfalls vertreten war mit der Londoner Design-Künstlerin Faye Toogood eine Kollegin von Ross, die mit Teppichgemälden aus ihrer „Rude“-Serie für Furore sorgte. Die Entwürfe dieser Designerin gelten international als die „neuen Klassiker“. Toogood war in Mailand das Stadtgespräch, denn sie war nicht nur mit ihren unkonventionellen und frechen Teppichmotiven für die Straßburger Teppichmanufaktur CCTapis quasi out of the box, sondern auch mit ihrem komplett gepolsterten Sesselentwurf „Gummy“ in aller Munde; und bei Poltrona Frau stellte sie ihren Ledersessel „Sqat“ vor.

Dagegen ist ja der neue Entwurf „Panorama“ von Philippe Starck für Kartell schon fast unauffällig, wenngleich auch knallrot, komplett aus Plastik natürlich und mit einer großen, drehbaren Sitzschale.

Beerentöne, in sich gemustert, finden sich bei dem wahnsinnig harmonisch und gemütlich rüberkommenden Sesselentwurf „Bun“ der italienischen Produktdesignerin Federica Biasi für Wittmann. Hier bestechen nicht nur Farbe und Material, sondern auch die genialen Rundungen, die einer Umarmung gleichkommen.

Der Farbtonmix erinnert ganz intensiv an das „Marshmellow Sofa“ des amerikanischen Designers George Nelson, der mit seinen eigenen Entwürfen zwar erfolgreich war, aber nie wirklich Kultstatus erlangte, obwohl sie mit einer satten Portion Witzpunkten konnten. Das Sofa setzte er zum Beispiel aus 18 bunten – mit Tendenz zu Rot-und Beerentönen – runden Barhockersitzkissen aus Leder zusammen.

Er war aber derjenige, der Ray und Charles Eames massiv förderte. Und deren „Aluminium Chair“, um nur eines von vielen Beispielen zu nennen, hat in etwa denselben ikonischen Status wie der „Panton Chair“ von Verner Panton. Normalerweise gibt es da jedes Jahr irgendeine spezielle Farbvariante, aber im Prinzip ist er in Rot einfach ein Klassiker.


Wer es etwas schlichter mag, setzt kleine rote Akzente.

Ebenfalls als Klassiker geht übrigens das String-Regaldurch und da gibt es aktuell bereits eine Vorschau auf das Winterprogramm: Man setzt– erraten – neben Weiß und Grün eben auch auf Rot.

Spannend auch die Entwürfe der japanischen Designerin Nao Tamura (für Porro). Sie mixt minimalistisches Design mit Pop-Art, wobei nicht nur die Symmetrie und die Balance ihrer Entwürfe wichtig sind, sondern auch die Ausdruckskraft der Farben.

Von Ursula Philadelphy, erschienen am 07.09.2024 in der Tiroler Tageszeitung

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