Haus und Wohnung gegen Einbrecher aufrüsten
Im Sommer stehen viele Häuser und Wohnungen leer. Oft haben Einbrecher ein leichtes Spiel. Mit nur wenigen Maßnahmen kann der Wohnraum sicherer gemacht werden.
Stuttgart – Um sich und seinen Besitz zu schützen, sollte man seine Wohnung oder sein Haus vorab aufrüsten. Wichtigster Tipp: Täuschen Sie Anwesenheit vor.
Wie erkennen Einbrecher, dass die Familie längere Zeit nicht zu Hause ist?
Weil wir es ihnen oft selbst sagen – und zwar auf dem Anrufbeantworter, so die Polizei. Auch eine automatische Antwortfunktion eines Mail-Accounts und öffentlich einsehbare Urlaubsposts in sozialen Netzwerken sind quasi eine Einladung. „Ein Indiz, dass die Familie unterwegs ist, ist auch ein überquellender Briefkasten. Oder ständig geschlossene Rollläden“, sagt Helmut Rieche, Vorsitzender der Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir!“. Und ein zu lang gewordener Rasen, der länger nicht geschnitten wurde.
Wie kann ich diesen Eindruck vermeiden?
Die Polizei rät, den Briefkasten von Bekannten oder Nachbarn leeren zu lassen und Abonnements zu pausieren. Toll ist, wenn die Nachbarn auch noch regelmäßig die Rollläden hochziehen und herunterlassen. Ist das nicht möglich, sollten die Rollläden lieber offen gelassen werden, statt ständig geschlossen zu sein, so die Polizei weiter. Das Haus kann man außerdem mit Zeitschaltuhren bei Dunkelheit beleuchten.
Das alles muss realistisch wirken. Einbrecher beobachten die Häuser oft über längere Zeit und finden durchaus heraus, ob lediglich eine Zeitschaltuhr Leben im Haus vortäuscht.
Was kann ich sonst noch tun, um einen Einbruch zu vermeiden?
Fenster nicht in Kippstellung offen lassen und Einstiegshilfen wie Mülltonnen oder Leitern sicher wegräumen. Ein ganz einfacher, aber guter Tipp: Türen richtig abschließen, statt sie nur ins Schloss zu ziehen.
Selbst wer das Haus nur für kurze Zeit verlässt, sollte die Haustür unbedingt abschließen und Fenster sowie Balkon- und Terrassentüren vollständig zumachen. „Schlüssel sollten niemals draußen versteckt werden, Einbrecher finden jedes Versteck“, so der Einbruchsexperte.
Welche Schwachstellen kann mein Haus noch haben?
„Kaum ein Dieb schlägt eine Fensterscheibe ein, um in die Wohnung zu gelangen“, sagt Einbruchsexperte Helmut Rieche. „Das wäre viel zu laut. In den meisten Fällen hebeln Einbrecher Fenster, Fenstertüren oder die Haustür auf.“ Hier sollte man Sicherheitstechnik nutzen, um es den Dieben schwer zu machen.
Die Schwäche vieler, vor allem älterer Fenster sind Rollenzapfen, die die Fenster verriegeln. Solche Fenster sind mit einem Schraubenzieher leicht aufzuhebeln. „Es bringt schon viel, die alten Rollenzapfen gegen Pilzkopfzapfen auszutauschen, die rundum angeordnet sind und beim Verschließen in stabile, mit dem Rahmen verschraubte Stahlschließbleche greifen“, weiß Rieche.
Auch Nebeneingänge wie Keller und Garagen sollten gut gesichert sein, am besten mit Querriegeln und guten Schlössern an den Türen. „Sie sind oft das schwächste Glied in der Sicherheitskette. Das wird ausgenutzt“, so Rieche.
Braucht mein Haus eine Alarmanlage?
Wer Gegenstände von hohem Wert hat, dem empfehlen die Experten die Installation einer fachmännisch projektierten Alarmanlage. Sie meldet den Einbruchsversuch direkt an den Hausbesitzer – auch wenn er unterwegs ist – oder aber an ein mit der Überwachung beauftragtes Unternehmen. Alarmanlagen nehmen dem Einbrecher, was er für seine Tat braucht: Zeit. „Fast jeder zweite Einbruch scheitert, weil die Täter zu lange brauchen, um ins Haus zu kommen“, so Experte Jörg Asmussen.
(APA), erschienen am 08.07.2023 in der Tiroler Tageszeitung
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